ÜBERDIENACHT

Gewebe aus selbstgesponnener Shetlandwolle, Siebdruck auf Seide,
Stickerei auf Maulbeerseide, Bachelorprojekt 2017

ÜBERDIENACHT ist eine Kollektion von Stoffen, deren gestalterischer Herstellungsprozess vom Träumen und Schlafen inspiriert ist. 

 

Das Konzept beruht darauf, sich auf verschiedenen Ebenen intuitiv auf das Thema ‘Schlaf und Traum‘ einzulassen. Recherche- und Inspirationsquellen, wie Literatur, visuelle Inspiration durch Bilder, sowie haptische Inspirationen, ergeben ein Gesamtbild. 
Die Auseinandersetzung mit Menschen durch Gespräche und Auswertung von Fragebögen war ebenso von Bedeutung, wie die ständige Beobachtung der eigenen Wahrnehmung.

 

Die Recherche hatte das Ziel, Impulse für Gestaltung von Oberflächen zu bekommen und diese für die Umsetzung einer Stoffkollektion zu verarbeiten. Im Experiment mit Versuch und Irrtum wurde eine Serie von Gestaltungsabsichten und Gestaltungsvorschlägen entwickelt. 
Gestalterische Mittel, aus denen sich die einzelnen Flächenentwürfe ergeben, sind elementare geometrische Formen wie Punkte, Vierecke und differenzierte Streifen. Diese scheinbar einfachen Formen schöpfen ihr Potenzial aus der Technologie der Überlagerung. Sie bringen eine diffuse und träumerische Anmutung hervor. 

 

Das Farbkonzept setzt sich aus den vier Farben Sonnengelb, Dunkelblau, Mintgrün und Pink zusammen. Weiche, verträumte, dichte und schwere Materialien wie Wolle wurden mit feinen, leichten und transparenten Stoffen wie Seide kombiniert. Sie ergänzen sich und harmonieren miteinander.  

 

In ihrer Gesamtheit und bei einzelner Betrachtung sollen die Stoffe ein Traumgefühl und Fantasie transportieren. Dabei bleibt es für den Betrachter offen, seine eigenen Assoziationen in sich zu wecken, Gefühle zuzulassen und damit umzugehen. Der Stoff wird zum Kommunikationsmittel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Ich empfehle Träumen nochmals, wir leben und empfinden so gut im Traum als im Wachen und sind jenes so gut als dieses, es gehört mit unter die Vorzüge des Menschen, daß er träumt und es weiß. [...] Der Traum ist ein Leben, das, mit unserem übrigen zusammengesetzt, das wird, was wir menschliches Leben nennen.“ (Hans- Walter Schmidt- Hannisa, Halbschlafbilder: Zur Ästhetik des Kontrollverlusts. In: Hannah Ahlheim (Hg.): Kontrollgewinn Kontrollverlust. Die Geschichte des Schlafs in der Moderne, Frankfurt am Main 2014, S.54.)

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein besonderer Dank gilt der Firma Gunold, die mir das fluoreszierende Garn Glowy kostenfrei zur Verfügung gestellt hat. Als Schussgarn verarbeitet entfaltet sich bei Dunkelheit eine weitere Facette des Gewebes: